Weltwassertag 2021: Wasser- und Landnutzung im Klimawandel

Deutsch-iranischer Sammelband berichtet über Herausforderungen und mögliche Lösungen aus dem Einzugsgebiet Zayandeh Rud / Iran: Gerade in trockenen Regionen der Welt trifft der Klimawandel oft mit großer Wucht auf vulnerable Ökosysteme und prekäre Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Wie können die auftretenden ökologischen und sozialen Probleme angegangen und Lösungsansätze erarbeitet werden? Antworten auf diese Frage bietet jetzt der bei Springer Nature erschienene Sammelband „Standing up to Climate Change – Creating Prospects for a Sustainable Future in Rural Iran“ am Beispiel der Region Roodasht am Unterlauf des Zayandeh Rud, dem wichtigsten Flusses im Zentraliran.

Nach einem Überblick über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Nahen Osten und Nordafrika konzentrieren sich die insgesamt 16 Kapitel auf die Region Roodasht am Unterlauf des Zayandeh Rud im Zentraliran. Die Leser erfahren, wie die zunehmende Wasserknappheit dort zu Wüstenbildung, Umweltzerstörung, Verlust der Lebensgrundlagen der Bevölkerung, sozialen Spannungen und Landflucht führt – und was sich dagegen tun lässt. Die Region steht dabei beispielhaft für viele Trockengebiete der Welt, in denen ganze Ökosysteme und vor allem die Landbevölkerung mit den Herausforderungen des Klimawandels zu kämpfen haben.

Klimawandelanpassung – vielfältig forschen und handeln

Die Herausgeber des Buches zeigen auf, wie die Kombination verschiedener Disziplinen und Ansätze zur Entwicklung von Lösungen für ein nachhaltiges Wasser- und Landmanagement führen kann. Deutlich wird, wie Forscher und Praktiker in unterschiedlichen kulturellen Kontexten arbeiten und klassische Forschungsmethoden an lokale Bedingungen anpassen können. In den einzelnen Kapiteln des Sammelbandes werden zum einen verschiedene qualitative und quantitative Forschungsmethoden und deren Ergebnisse vorgestellt, wie etwa Verfahren zur Beteiligung der Bevölkerung an der Erarbeitung von Lösungen, zur Modellierung, für Feldtests oder Satellitenüberwachung. Zum anderen werden unterschiedliche Problem- und Lösungsfelder adressiert: Landwirtschaft und Landnutzung, Produktionsmuster, Wasserrechte, politische und administrative Rahmenbedingungen und Organisationsstrukturen für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement.

Sammelband als Informationsquelle und Ideengeber

Das Buch verschafft seinen Leser einen Eindruck, mit welchen Konflikten viele Regionen jetzt und in Zukunft bei zunehmender Ressourcenknappheit konfrontiert sind, wenn keine ernsthaften Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Es liefert aber auch praktische Beispiele dafür, wie die verschiedenen Herausforderungen des Land- und Wassermanagements in ländlichen Trockengebieten nicht nur aus verschiedenen Perspektiven analysiert, sondern auch gelöst werden können. Die Autoren sind internationale Wissenschaftler, NGO-Mitarbeitende und Regierungsbeamte. Sie führen hier ihr spezifisches Wissen zusammen, um eine Brücke zwischen Forschung und praktischer Umsetzung zu schlagen und den Wissenstransfer über Fachgrenzen hinweg zu ermöglichen. Das Ergebnis ist ein nützliches Werkzeug für Forscher- und Praktikern in den Bereichen Klimawandel, Desertifikation, Nachhaltigkeit und Land- und Wassermanagement.

Das jetzt erschienene Buch ist bereits die zweite Veröffentlichung zu den Ergebnissen des Projekts Integriertes Wasserressourcen-Management Zayandeh Rud, das vom Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) gefördert wird. Im ersten, ebenfalls bei Springer Nature erschienenen Sammelband Reviving the Dying Giant (2017) präsentieren 25 deutsche und iranische Autor:innen ihre Ansätze und Lösungsvorschläge zur Rettung des sterbenden Riesen Zayandeh Rud.