Der Holzkohle auf der Spur

Doktorandin Valentina Zemke bei der anatomischen Holzartenbestimmung. Quelle: Stephanie Helmling Copyright: Thünen-Institut/Stephanie Helmling

Weltweit steigt die Nachfrage nach Holzkohle. Um die Herkunft des Holzes im Rahmen der EUDR einfacher bestimmen zu können, hat das Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte in Hamburg einen „Holzkohle-Atlas“ entwickelt. Der Atlas dient als wissenschaftliche Grundlage für die anatomische Holzartenbestimmung von Holzkohle und -briketts. Er unterstützt insbesondere Prüferinnen und Prüfer dabei, die legale Herkunft und Konformität entsprechender Produkte auf dem europäischen Markt verlässlich zu bestimmen.

Stammen Briketts und Kohle aus subtropischen oder tropischen Regionen, geht damit das Risiko illegaler Entwaldung einher. Diese wiederum bedroht die Existenz von Arten und schadet der Umwelt. Deshalb wurde Holzkohle in den Geltungsbereich der EU-Verordnung über entwaldungsfreie Produkte (EUDR, Verordnung (EU) 2023/1115) aufgenommen. Die Europäische Union reagiert damit auf die negativen Entwicklungen im Bereich Holzkohle und verpflichtet Unternehmen künftig zu umfassenden Sorgfaltspflichten entlang der Lieferketten.

Der als Thünen-Report erschienene Atlas besteht aus Fotografien mikroskopischer Bilder von 34 Holzarten aus unterschiedlichen Klimaregionen. Abgebildet werden hochaufgelöste Aufnahmen der verschiedenen Strukturmerkmale. Beschrieben und bewertet wird, wie sich das Holzgewebe durch den Verkohlungsprozess verändert und wie Techniken zur Präparation und Mikroskopie dafür angepasst werden müssen.

Darüber hinaus wurde die international etablierte Merkmalliste für Laubhölzer der IAWA (International Association of Wood Anatomists) auf verkohltes Material übertragen und um beispielhafte Abbildungen ergänzt. Der Atlas enthält zudem wichtige Hinweise dazu, wie sich Holz in Form und Größe verändert, wenn es verkohlt wird. Weiterhin ist eine Übersicht anatomischer Merkmale enthalten, die an verkohltem Holz nur eingeschränkt oder gar nicht zu beobachten sind.

Der Holzkohle-Atlas soll dazu beitragen, Fehlbestimmungen zu vermeiden und Holzarten auf Gattungs- und Artebene zuverlässiger als bisher zu bestimmen. Das erhöht die rechtssichere Umsetzung der Europäischen Entwaldungsverordnung.