Erkenntnisse aus dem ersten Workshop des EU-Projekts Fabulose liefern Verbraucherperspektiven auf nachhaltige Lederalternativen. Der Fabulose Co-Creation Workshop des Steinbeis Europa Zentrums und den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung fand am 19. September 2026 im Atelier der Designerin Melina Bucher in Mannheim statt und befasste sich mit Fragen zu veganen Lederalternativen. Die Teilnehmenden zeigten großes Interesse an biobasierten Materialien. Gleichzeitig wurde deutlich: Für die Akzeptanz nachhaltiger Lederalternativen sind Materialqualität, Transparenz und ein überzeugendes Nutzungserlebnis entscheidend.
Wie stehen Verbraucherinnen und Verbraucher zu veganen und biobasierten Alternativen zu Leder? Welche Eigenschaften sind ihnen bei solchen Materialien wichtig und welche Erwartungen haben sie an nachhaltige Produkte der Zukunft? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der erste Fabulose Co-Creation Workshop, der am 19. September 2026 im Atelier der Designerin Melina Bucher in Mannheim stattfand.
Die Veranstaltung wurde vom Steinbeis Europa Zentrum, den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF) und der Designerin Melina Bucher im Rahmen des EU-geförderten Projekts Fabulose organisiert. Als Partner für das Stakeholder Engagement schafft das Steinbeis Europa Zentrum gezielt Austauschformate, die potenzielle Anwender frühzeitig in den Innovationsprozess einbinden. Der Workshop brachte dafür Verbraucherinnen und Verbraucher, Designer, Nachhaltigkeitsinteressierte sowie Nutzer konventioneller Lederprodukte zusammen, um ihre Erfahrungen, Erwartungen und Sichtweisen auf Leder und alternative Materialien zu diskutieren. Die gewonnenen Einblicke fließen direkt in die weitere Entwicklung biobasierter Lederalternativen ein und unterstützen deren zukünftige Marktakzeptanz.
Was Workshop-Teilnehmende schätzen: Langlebigkeit, Komfort und Qualität
Die Teilnehmenden brachten Lederprodukte mit, die sie regelmäßig nutzen und besonders schätzen – von Geldbörsen und Handtaschen bis hin zu Jacken und Schuhen. Viele dieser Gegenstände waren bereits seit Jahren oder sogar Jahrzehnten im Einsatz. Dies verdeutlichte, wie wichtig Verbraucherinnen und Verbrauchern langlebige Produkte mit einer langen Nutzungsdauer sind. In den Gesprächen wurde Leder vor allem mit Eigenschaften wie Komfort, Qualität, Ästhetik und Beständigkeit verbunden. Auch die emotionale Bindung zu lang genutzten Produkten sowie die charakteristische Patina, die sich mit der Zeit entwickelt, wurden als besondere Qualitäten hervorgehoben.
Verbraucherperspektiven auf nachhaltige Lederalternativen
Im weiteren Verlauf bewerteten die Teilnehmenden verschiedene vegane und biobasierte Lederalternativen und diskutierten deren Potenzial für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Dabei spielten vor allem Haptik, Flexibilität, Haltbarkeit, Aussehen und Geruch eine wichtige Rolle. Materialien, die sich natürlich anfühlten und optisch hochwertigen Naturmaterialien ähnelten, wurden besonders positiv bewertet. Kritischer betrachtet wurden hingegen Proben, die als künstlich, plastikartig oder wenig robust wahrgenommen wurden.
Die Diskussionen machten außerdem deutlich, dass die Anforderungen je nach Einsatzgebiet unterschiedlich ausfallen. Während viele der getesteten Materialien für Taschen, Geldbörsen oder andere Accessoires als geeignet angesehen wurden, gelten für Schuhe oder Produkte mit direktem Hautkontakt deutlich höhere Erwartungen. Hier sind insbesondere Tragekomfort, Flexibilität, Atmungsaktivität und Langlebigkeit entscheidend.
Transparenz über Materialherkunft kann Akzeptanz und Vertrauen fördern
Eine zentrale Erkenntnis des Workshops war, wie stark Hintergrundinformationen die Wahrnehmung neuer Materialien beeinflussen können. Die Teilnehmenden reagierten positiver auf Materialien, wenn sie mehr über deren Herkunft und Herstellungsprozess erfuhren. Besonders großes Interesse weckten innovative Rohstoffe wie myzelbasierte Materialien oder Lösungen aus recycelten Ressourcen. Gleichzeitig zeigte sich, dass Nachhaltigkeit allein nicht ausreicht, um Verbraucher zu überzeugen. Umweltfreundliche Materialien müssen auch in Bezug auf Qualität, Funktionalität und Nutzungsdauer überzeugen. Eine transparente Kommunikation über Herkunft, Produktion und Nachhaltigkeitsvorteile kann dabei helfen, Vertrauen aufzubauen und die Akzeptanz neuer Materialien zu fördern.
Erkenntnisse für zukünftige Fabulose-Aktivitäten
Der Workshop verdeutlichte das Interesse der Teilnehmenden an biobasierten Alternativen zu Leder und lieferte wertvolle Impulse für die weitere Materialentwicklung sowie die Kommunikationsaktivitäten des Fabulose-Projekts. Die Ergebnisse zeigen, dass nachhaltige Materialien nicht nur ökologische Vorteile bieten müssen, sondern auch die Anforderungen erfüllen sollten, die Verbraucherinnen und Verbraucher hinsichtlich Komfort, Funktionalität, Langlebigkeit und Ästhetik an Alltagsprodukte stellen.
