Zwei Forschungsverbünde stellen am 19. November 2026 in Niedersachsen ihre Arbeiten zur Erzeugung und stofflichen Nutzung von Pappelholz vor. Im Mittelpunkt stehen neue Wertschöpfungsketten, innovative Holzprodukte und digitale Verfahren zur Bewirtschaftung von Agroforstsystemen. Beide Vorhaben werden vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert.
Pappeln wachsen schnell und können als nachwachsender Rohstoff für die Holzindustrie eine interessante Ergänzung zur klassischen Forstwirtschaft bieten. Besonders vielversprechend ist ihr Anbau in Agroforstsystemen, bei denen Gehölze mit landwirtschaftlichen Kulturen auf derselben Fläche kombiniert werden. Doch wie lässt sich Pappelholz wirtschaftlich erzeugen, welche Holzqualitäten können erzielt werden und welche Produkte lassen sich daraus herstellen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die beiden Forschungsverbünde PappelWERT und DigAForst.
Im Projekt PappelWERT werden auf Acker- und Grünland Agroforstsysteme mit Pappeln etabliert und geeignete Verfahren für Anbau, Bewirtschaftung und Ernte untersucht. Ein Schwerpunkt liegt auf der hochwertigen stofflichen Verwertung des Holzes, beispielsweise für Holzwerkstoffplatten, Furniere und Bauelemente. Ziel ist es, wirtschaftlich tragfähige Wertschöpfungsketten zwischen Landwirtschaft und Holzindustrie aufzubauen.
DigAForst setzt auf Digitalisierung: Mithilfe autonomer Roboter, Sensorik und künstlicher Intelligenz sollen Gehölzbestände in Agroforstsystemen dreidimensional erfasst und hinsichtlich ihrer Holzqualität, Biomasse und wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten bewertet werden. Die gewonnenen Daten sollen landwirtschaftlichen Betrieben die Bewirtschaftungs- und Ernteplanung erleichtern. Zugleich untersucht das Projekt die Verarbeitung des Holzes zu innovativen Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffen (WPC).
Auf der Fachtagung „Vom Agroforst zum Holzprodukt: Pappelholz als Rohstoff für die stoffliche Nutzung“ am 19. November 2026 in Visbek-Norddöllen stellen die beiden Verbünde ihre Arbeiten vor. Weitere Fachbeiträge widmen sich den Erfahrungen aus der landwirtschaftlichen Praxis, den Anforderungen des Holzmarktes sowie den Einsatzmöglichkeiten von Pappelholz im Gebäudebau und in der Holzwerkstoffindustrie.
Anmeldeschluss ist der 16. November 2026.
