Schüler erforschen Hummeln

© Universität Oldenburg.

Citizen Science Projekt zum Thema Bienensterben gestartet

Oldenburg. Wo und wann bringen Hummeln besonders viel Pollen von ihren Flügen ins Nest? Und in welcher Umgebung fühlen sie sich besonders wohl? Diesen Fragen gehen in den kommenden Wochen Schülerinnen und Schüler an 14 Schulen zwischen Bremen und Emsland, Küste und Vechta auf den Grund. Sie unterstützen mit ihren Beobachtungen das deutsch-niederländische Forschungsprojekt  B-R(H)APSODIE, an dem auch Universität Oldenburg unter Federführung des  Botanischen Gartens beteiligt ist. Ziel des Vorhabens ist, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit rund um Bienen – zu denen als Wildbienen auch die Hummeln gehören – zu verstärken und die Öffentlichkeit für die Bedrohung der Bestäuber zu sensibilisieren.

Die Schulklassen erhalten jeweils ein Hummelvolk von etwa 50 Tieren, deren Nest sich in einem Holzkasten befindet. Die Hummelkästen wurden zuvor an der Fachhochschule Van Hall Larenstein in Leeuwarden, die ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist, mit Sensoren ausgestattet. Diese registrieren jedes aus- und einfliegende Tier. Außerdem wird das Gewicht der Hummelvölker vor und nach der Projektphase gemessen. Ergänzend hierzu dokumentieren die Schülerinnen und Schüler das Verhalten der Hummeln außerhalb des Kastens: Mit einem Bestimmungsschlüssel werden die verschiedenen Hummelarten bestimmt, zudem wird beobachtet, ob die Hummeln Pollen mit ins Nest bringen. Außerdem sehen sich die Schüler die Vegetation rund um den Standort des Hummelkastens genauer an: Wo findet man die Hummeln wieder? Wie verändert sich die Landschaft im Verlauf der Zeit? Nach etwa vier bis sechs Wochen wird das Team des Botanischen Gartens die Hummelvölker wieder einsammeln – und mit ihnen die von den Klassen erhobenen Daten. Eine Studentin wertet diese für ihre Bachelorarbeit aus, mit Blick auf Zusammenhänge zwischen Landschaft, Klima und dem Wachstum der Hummelpopulation. Auch die Wissenschaftler in Leeuwarden greifen auf die Daten zurück, um das Bienensterben weiter zu erforschen.

Das Kooperationsprojekt B-R(H)APSODIE startete im Sommer 2017. Gefördert wird das Vorhaben bis Ende 2020 mit rund 850.000 Euro von dem Programm INTERREG Deutschland-Nederland der Europäischen Union. Antragssteller sind neben der Universität Oldenburg auf deutscher Seite die Stiftung Ökowerk Emden und der Förderverein Imme Bourtanger Moor e.V. sowie aus den Niederlanden die Gemeinde Achtkarspelen und die Hogeschool Van Hall Larenstein in Leeuwarden. Insgesamt ist die Universität Oldenburg unter Federführung des Botanischen Gartens mit sechs Teilprojekten vertreten.

 

Quelle Universität Oldenburg

Siehe auch: https://www.deutschland-nederland.eu/project/b-rhapsodie-b-rap/