Biogasanlagen: Drehscheibe für Nährstoffe

Wertstoffgewinnung aus Gülle und Gärresten

Etwa 150 Teilnehmer aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden kamen am 21. Februar ins emsländische Werlte. Foto: 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen

Werlte – Der Einsatz von Gülle, Mist und Gärresten in Biogasanlagen unterstützt die Bemühungen, Nährstoffüberschüsse in Tierhaltungsregionen zu reduzieren.

„Die neue Düngeverordnung und steigende Abgabepreise für Gülle und Gärrest machen ein Umdenken hin zum wertstoffbasierten Handeln für die Zukunft unumgänglich“, beschreibt Sascha Hermus vom 3N Kompetenzzentrum die derzeitige Lage. Biogasanlagen müssen als Drehscheibe für Nährstoffe betrachtet werden, so Hermus.

Etwa 70 % aller niedersächsischen Biogasanlagen setzen bereits Wirtschaftsdünger als Substratergänzung ein. Über die Biogasanlage als Systemdienstleister und weitere Ansatzmöglichkeiten informierte die Tagung „Wertstoffgewinnung aus Gülle und Gärresten“, die das 3N Kompetenzzentrum und die Deutsche Phosphor-Plattform (DPP) am 21. Februar gemeinsam durchführten.

An der Tagung im emsländischen Werlte  nahmen  rund 150 Experten  aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden teil.. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie unterschiedliche Substrate behandelt werden können und welche technischen und chemischen Lösungen Hersteller aus diesen Bereichen anbieten. Denn die Wertstoffgewinnung aus Wirtschaftsdüngern wird immer bedeutender für die Landwirtschaft.

Auf der Tagung stellten Praktiker, Technologieanbieter und Maschinenhersteller verschiedene Ansätze vor, wie sie schon jetzt mit den Herausforderungen umgehen. Der Sonderanlagenbauer EcoSim präsentierte ein Vollaufbereitungsverfahren und die RWG Emsland Süd berichtete von den positiven Erfahrungen mit der Zentrifuge zur Gülleaufbereitung. Ebenso wurden Technologien zur Phosphat- und der Stickstoffreduzierung vorgestellt sowie die Echtzeit-Nährstoffbestimmung in Gülle und Gärresten mit NIR Technologie.

Eine der Herausforderungen ist der vorwiegend regionale Überschuss an Phosphor. „In Deutschland werden jedes Jahr etwa 230.000 t Phosphor als Mineraldünger ausgebracht, obwohl der Bedarf durch organisches Material gedeckt werden könnte“, sagt Dr. Daniel Frank von der DPP. „Wir müssen technische Lösungen finden, die auch finanziell attraktiv sind, um eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen und dafür zu sorgen, dass organisches Material sinnvoll genutzt und nicht durch Mineraldünger ersetzt wird.“

Wie das zum Beispiel funktioniert,  zeigt sich etwa auf der Biogasanlage der Bioenergie Witte-Moor GmbH & Co. KG in Vrees. Hier werden  verschiedene Separationstechniken und Trocknungsanlagen eingesetzt. Die Tagung, so Sascha Hermuns vom 3N Kompetenzzentrum in Werlte habe gezeitgt, wie viele Möglichkeiten es schon gibt: „Ivon Aufbereitungsverfahren bis zum Tierhaltungsmanagement, die individuelle Lösungen für Betriebe bieten.