Ein Vierteljahrhundert für die Kulturpflanzen

Auch nach 10 Jahren sind Unterschiede zwischen Flächen, die zuvor 12 Jahre lang nicht mit Herbiziden behandelt wurden, und Flächen mit durchgehendem Herbizideinsatz deutlich erkennbar. JKI

1995 wurde der Versuchsbetrieb auf der Anlage des Julius Kühn-Instituts in Brandenburg aufgenommen. In 25 Jahren Dauerfeldversuchen wurden wichtige Erkenntnisse unter anderem zum Einsparpotenzial von Pflanzenschutzmitteln gesammelt: Es ist Tradition, dass jedes Jahr im Juni der Feldversuchstag des Julius Kühn-Instituts (JKI) auf dem brandenburgischen Versuchsfeldstandort Dahnsdorf stattfindet. Dabei werden die laufenden Feldversuche vorgestellt und ein Schwerpunkt aus dem reichhaltigen Versuchsprogramm näher beleuchtet. Dieses Jahr sollte auf dem Feldversuchstag das 25. Jubiläum des Versuchsfelds begangenen werden.

Aufgrund der Corona-Epidemie musste die Veranstaltung allerdings abgesagt werden. Das ist besonders schade, da es in diesem Jahr satte grüne Pflanzenbestände zu besichtigen gibt, anders 2019 und im Dürrejahr 2018. Um das Jubiläum dennoch gebührend zu würdigen, hat das JKI auf seiner Internetseite einen kurzen Rückblick auf die Geschichte und ausgewählte Ergebnisse aus 25 Jahren Versuchsfeldforschung in Dahnsdorf zusammengestellt. Dabei geht es unter anderem um Verunkrautung, Schadinsekten, ökonomische Auswirkungen von Fruchtfolgen oder die Auswirkungen von Düngung und Pflanzenschutz auf Regenwurmpopulationen.

Blick über das Versuchsfeld Dahnsdorf.
Doreen König/JKI

Die Besonderheiten des Versuchsfeldes offenbaren sich nicht auf den ersten Blick. Doch wo auf anderen Flächen stetiger Wechsel der Versuche vorherrscht, sind in Dahnsdorf mehrere Dauerfeldversuche angelegt. Dauerfeldversuche unterscheiden sich von anderen Versuchen vor allem durch die wesentlich längere Laufzeit. Über mehrere Jahrzehnte werden hier die Fragestellungen beforscht.

Weltweit wurden Dauerfeldversuche meist unter den Gesichtspunkten Düngung und Fruchtfolge angelegt. In Dahnsdorf hingegen steht der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Vordergrund, da es ein erklärtes gesellschaftliches Ziel ist, deren Einsatz zu reduzieren, um Risiken zu minimieren. Zu diesem Thema gibt es nur wenige Dauerfeldversuche. Ein weiterer Schwerpunkt sind Strategien eines umweltverträglichen Pflanzenbaus. Ein Ziel der Versuche ist es, die Möglichkeiten und auch die Grenzen reduzierter Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln auszuloten und alternative, nicht-chemische Maßnahmen zu erproben. Dabei werden neben ökologischen und pflanzenbaulichen auch ökonomische Aspekte berücksichtigt.

Zur Ergebnissammlung auf der JKI-Seite geht es hier: https://www.julius-kuehn.de/vf/25-jahre-versuchsfeld-dahnsdorf-2020/