Energieverbrauch, Emissionen, Lieferketten, Ressourceneinsatz: Mit den Berichtspflichten wächst auch die Zahl der Daten, die Unternehmen erheben und auswerten müssen. Auf analogem Wege ist das kaum zu schaffen. Wie digitale Technologien helfen, Nachhaltigkeitsdaten zu erfassen, zu analysieren und für Entscheidungen zu nutzen, zeigt das Fraunhofer IPA in einem Whitepaper.
Einerseits sind es regulatorische Vorgaben wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die EU-Taxonomie oder das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Andererseits erwarten Kunden, Investoren und Geschäftspartner Transparenz über die ökologischen und sozialen Auswirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten. Und so sammeln Unternehmen heute mehr Informationen über ihren Energieverbrauch, die verursachten Emissionen, Lieferketten oder den Ressourceneinsatz als je zuvor. Diese sogenannten Nachhaltigkeitsdaten werten sie aus und bereiten sie für Berichte auf. So manches Unternehmen stößt dabei jedoch an seine Grenzen.
Für ein wirksames Nachhaltigkeitsmanagement spielen deshalb digitale Technologien eine Schlüsselrolle. Denn sie ermöglichen es Unternehmen, Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen, auszuwerten und für strategische Entscheidungen zu nutzen. Genau darin liegt der Vorteil eines integrierten Nachhaltigkeitsmanagements: Eine strukturierte Datenbasis lässt sich für mehr nutzen als nur für das Berichtswesen. Sie ist auch bei der Prozessoptimierung, Automatisierung oder bei der Etablierung neuer Geschäftsmodelle dienlich.
David Koch, Geschäftssegmentleiter CO2-neutrale und ressourceneffiziente Produktion am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, gibt in seinem Whitepaper »Digitales Nachhaltigkeitsmanagement« nun einen Überblick über die wichtigsten Technologien und Anwendungen in diesem Bereich. Dazu zählen Digitale Zwillinge, digitale Produktpässe und Nachhaltigkeitsplattformen, Künstliche Intelligenz, die Blockchain, das Internet der Dinge sowie datenanalytische Verfahren.
In der Berichtspflicht liegt eine große Chance
Wie eine solche Digitalisierung des Nachhaltigkeitsmanagements aussehen kann, hat das Forschungsprojekt »EcoHub« gezeigt. Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickelten darin gemeinsam eine digitale Plattform, die Unternehmen bei der Erfassung, Strukturierung und Analyse von Nachhaltigkeitsdaten unterstützt. Die Plattform EcoHub bündelt Informationen aus unterschiedlichen Quellen, stellt deren Qualität sicher und erleichtert die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten. Gleichzeitig ermöglicht sie den Austausch von Produkt- und Nachhaltigkeitsdaten entlang von Lieferketten.
»EcoHub zeigt, dass in der eher lästigen Berichtspflicht auch eine große Chance liegt«, sagt Whitepaper-Autor Koch. »Denn wer sich die Mühe macht, verteilt vorliegende Einzelinformationen zentral zusammenzuführen, schafft ja nicht nur eine belastbare Datenbasis für Nachhaltigkeitsberichte, sondern auch eine Grundlage für effizientere Prozesse und fundierte unternehmerische Entscheidungen.«
Wer also in ein digitales Nachhaltigkeitsmanagement investiert, verschafft sich einen strategischen Vorteil und steigert die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens. Das Whitepaper »Digitales Nachhaltigkeitsmanagement. Einsatz digitaler Technologien und Anwendungen in Nachhaltigkeitsmanagement« steht kostenlos zum Download zur Verfügung unter: https://www.ipa.fraunhofer.de/de/Publikationen/studien/digitales-nachhaltigkeits…

