Gesunde Lebensmittel für zukünftige Generationen

Grillen, Quallen, Algen und Salzpflanzen auf dem Teller – „food4future“ entwickelt Lösungen für eine urbane Lebensmittelproduktion auf Basis alternativer Nahrungsquellen. ATB/Nina Schwab | ZMT/Achim Meyer | IGZ/Julia Vogt | IGZ/Maria Fitzner

Wie können zukünftige Generationen nachhaltig mit gesunden Lebensmitteln versorgt werden? Damit befasst sich das Verbundprojekt „food4future – Nahrung der Zukunft“. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderlinie „Agrarsysteme der Zukunft“ gefördert und startete im Oktober 2024 in Phase zwei. Unter der Leitung von Prof. Dr. Monika Schreiner (IGZ) erforscht es, wie alternative Nahrungsquellen nachhaltig kultiviert und in urbane Ernährungssysteme integriert werden. Beim Industrie- und Transfer-Workshop am 31. März und 1. April 2025 in Potsdam präsentierte „food4future“ zentrale Ergebnisse interessierten Vertreter*innen aus Wissenschaft, Industrie und Politik.

In „food4future“ erforschen Wissenschaftler aus neun Institutionen, wie alternative Nahrungsquellen durch innovative Anbausysteme direkt in Städten produziert werden können. Sie entwickeln nachhaltige Konzepte für die Kultivierung und Prozessierung von Makroalgen, Salzpflanzen, Quallen und Grillen für die Lebensmittelherstellung. Ebenfalls im Fokus stehen modulare Indoor-Kultivierungseinheiten aus neuen Materialien die ressourcenschonend und flexibel einsetzbar sind.

NEUE WEGE FÜR URBANE AGRARSYSTEME

Prof. Dr. Monika Schreiner erklärt: „Die Herausforderungen zukunftsfähiger Agrar- und Ernährungssysteme erfordern radikale wissenschaftliche Innovationen und interdisziplinäre Kooperationen. In „food4future“ entwickeln wir experimentell gestützte Lösungen für die städtische Lebensmittelproduktion, die biotechnologische, ökologische und gesellschaftliche Perspektiven integrieren.“ Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die Nutzung digitaler Technologien. Interaktive Visualisierungen sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse verständlich machen und den Wissenstransfer fördern.

MAKROALGENFORSCHUNG UND PROJEKTKOORDINATION

Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) setzt die Verbundkoordination einen Schwerpunkt auf die strategische Vernetzung und Weiterentwicklung des Projekts sowie auf den gesellschaftlichen Dialog. Die Forschenden entwickeln innovative Methoden zur Indoor-Kultivierung von Makroalgen sowie Ansätze für eine effiziente, gemeinsame Anzucht mit Salzpflanzen, Quallen und Insekten. Bisherige Ergebnisse zeigen, dass regionales Solewasser für die landbasierte Indoor-Kultivierung ebenso genutzt werden kann wie Meerwasser und somit auch nicht-küstennahe Indoor-Kultivierungssysteme möglich sind.

START DER ZWEITEN FÖRDERPHASE

Mit dem Beginn der zweiten Förderphase im Oktober 2024 liegt der Schwerpunkt des Verbundprojekts auf der Skalierung und Praxiserprobung der entwickelten Technologien zur urbanen Lebensmittelherstellung. Forschende testen und optimieren Kultivierungs-Prototypen im Reallabor „food4future living lab“, um die Skalierbarkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit der Innovationen zu optimieren und den Übergang von der Grundlagenforschung in die Praxis zu gestalten. Darüber hinaus erweitern die Wissenschaftler*innen das Spektrum kultivierbarer Arten und erforschen die Nutzung von Reststoffen zur Kreislaufschließung.

Dr. Anna Fricke (IGZ) demonstriert PStS. Claudia Müller (BMBF/BMEL) die Beleuchtungseinheit für die Indoor-Makroalgenkultur. Agrarsysteme der Zukunft

Ein relevanter Schritt zur Umsetzung war der Industrie- und Transfer-Workshop des BMBF-Programms „Agrarsysteme der Zukunft“ am 31. März und 01. April 2025 in Potsdam. Hier wurden die Innovationen des Projekts vorgestellt und diskutiert, um die Weichen für eine erfolgreiche Markteinführung zu stellen.