Landschaften der Zukunft: Die Ressource Land nachhaltig managen

Landschaft bestehend aus verschiedenen Landschafts­elementen (bei Königstein in der Sächsischen Schweiz) Quelle: Wikipedia

Abschlusskonferenz der BMBF-Fördermaßnahme „Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement“: Vom 14. bis 15. Februar 2019 trafen sich rund 150 Teilnehmende zur Abschlusskonferenz der BMBF-Fördermaßnahme „Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement“ in Berlin. Den Besuchern der Konferenz wurden zentrale Ergebnisse und innovative Konzepte der Projekte vorgestellt. Mit dabei waren unter anderem Projekte, die Mehrfachnutzungen von Land durch Agrophotovoltaikanlagen oder Agroforstsysteme ermöglichen, Konfliktlösungen mittels Energieszenarios oder Konzepte für das Aushandeln von Interessen im Kulturlandschaftsmanagement bereitstellen. Zu der projektübergreifenden Frage, wie diese neuen Lösungen die bisherige Praxis ergänzen und verändern können, ist zur Konferenz der Ergebnisband „Nachhaltige Landnutzung managen“ erschienen.

Abschlusskonferenz der Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement am 14./15. Februar 2019 in Berlin ZALF / Jana Zscheischler

Mit der Fördermaßnahme hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Nachwuchsforscher und Praktiker:innen dabei unterstützt, sich neben ihrer Nachhaltigkeitsforschung im Management von Innovationsprozessen zu qualifizieren. Wissenschaftlich begleitet wurden die bundesweit neun Innovationsgruppen vom inter 3 Institut für Ressourcenmanagement und dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF).

Landwirtschaft, Erholungsort, Energielieferant: Viele Interessen – begrenzte Flächen

In den Innovationsgruppen sind Lösungen für eine effektivere Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land, beispielsweise mit einem Daseinsvorsorgeatlas, oder zu nachhaltigen Optionen regionaler Wertschöpfung wie Agroforstsysteme, Agrophotovoltaik oder das ‚Regiobranding‘ entstanden. „Solche neuen Formen der koproduktiven Landbewirtschaftung helfen, die knappe Ressource Land nachhaltiger zu bewirtschaften“, sagt Dr. Jana Zscheischler vom ZALF. „Das gilt auch für Konzepte zur Lösung von Landnutzungskonflikten, die zeigen, wie die Vorstellungen verschiedener Landnutzer besser miteinander in Einklang gebracht werden können.“ Hierzu berichteten weitere Projekte über ihre Erfolge und Erfahrungen, mit Dialogprozessen und Pilotprojekten der regionalen Energiewende einen entscheidenden Schritt näher zu kommen.

Wirksames Landmanagement: Akteure beteiligen, Ideen entwickeln, Konflikte lösen

Darüber hinaus präsentierten die Forschungsgruppen Methoden, die dabei helfen, Innovationsprozesse in Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis zu gestalten – und in reale Entscheidungs- und Arbeitsprozesse wirksam einzubringen. „Wichtig und ganz zentral für den Erfolg der Innovationsgruppen ist, bereits im Forschungsprozess den Transfer ihrer Lösungen in die Praxis mitzudenken und vorzubereiten, wie es nach dem Projektende weitergehen soll“, sagt Dr. Susanne Schön von inter 3. „An diesen Kompetenzen im Innovationsmanagement haben Wissenschaftler:innen wie Praktiker:innen kontinuierlich gearbeitet. Und das merkt man.“ Auf der Konferenz stellt inter 3 unter dem Titel „Nachhaltige Landnutzung managen. Akteure beteiligen, Ideen entwickeln, Konflikte lösen“ den Ergebnisband des Förderschwerpunkts vor. Er enthält erfahrungsbasierte, handlungsorientierte und inspirierende Beiträge aus den neun Innovationsgruppen dazu, wie nachhaltiges Landmanagement gesellschaftlich wirksam werden kann. Ein zusätzliches Handbuch zum Innovationsmanagement im Nachhaltigen Landmanagement ist in Arbeit.

Blick vom Wartenberg auf Baar und Donau Quelle: Wikipedia

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert zwischen 2014 bis 2019 neun Innovationsgruppen, die an Lösungen für eine nachhaltige Landnutzung arbeiten. Das Besondere: die neun Gruppen setzen nicht allein auf die Forschung. Die Probleme stammen direkt aus der Praxis. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten eng mit Akteuren aus der Praxis zusammen, um gemeinsam Lösungen zu finden.

Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten und Innovationen finden Sie unter: www.innovationsgruppen.de