Unterstützende Plattform für die Energiewende

Dr. Michael Brand, Gruppenleiter „Vertrauenswürdiger Systembetrieb” am OFFIS, präsentiert den innovativen Plattformansatz OpenEnergyTwin. Foto: OFFIS

Ende Februar 2026 präsentierte das OFFIS – Institut für Informatik gemeinsam mit den Projektpartnern Fraunhofer FIT und RWTH Aachen die Abschlussdemonstration des Projekts OpenEnergyTwin (OET). Die Plattform vereint Mittelspannungs- und Niederspannungsnetz auf einer einzigen Oberfläche und macht die Niederspannungsebene – bisher weitgehend eine Black Box im Netzbetrieb – transparent und steuerbar.

Klassische Netzleitsysteme stoßen angesichts der Energiewende an strukturelle Grenzen: Sie sind monolithisch, proprietär und nur mit erheblichem Aufwand erweiterbar. OpenEnergyTwin setzt dem einen offenen, modularen Plattformansatz entgegen, der auf einem digitalen Zwilling basiert. Dienste lassen sich modular ergänzen, austauschen oder entfernen, ohne den Plattformkern zu verändern. Als semantisches Datenmodell dient das etablierte Common Information Model (CIM).

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt erzielte in 18 Monaten breite wissenschaftliche Sichtbarkeit – mit Beiträgen auf dem ETG-Kongress, der IEEE PowerTech, der ISGT Europe sowie dem CIRED 2026.

Der Quellcode wird spätestens Ende August 2026 unter github.com/OpenEnergyTwin frei verfügbar sein. Hersteller von Netzleittechnik, Netzbetreiber und Forschungseinrichtungen sind eingeladen, die Plattform zu nutzen, eigene Use Cases zu erproben und an der Weiterentwicklung modularer Leitsysteme mitzuwirken.