Frühlingsstürme werden in Europa immer häufiger

Photo: Zigmunds

Der Sturm „Dave“, der am Osterwochenende über Nordeuropa hinwegfegte, ist ein aktuelles Beispiel für die Erkenntnisse einer neuen Studie der Universität Göteborg. Frühlingsstürme, die sich über dem Nordatlantik bilden, treten heute häufiger auf als noch vor 80 Jahren, was auf den Klimawandel zurückzuführen ist.

Auf der Nordhalbkugel folgen Sturmsaisonen einem saisonalen Zyklus. Im Sommer sind Stürme am schwächsten und am seltensten, im Winter hingegen am intensivsten. Infolge der globalen Erwärmung haben sich die Sturmverläufe und -muster verändert, und mehrere Studien deuten darauf hin, dass Winterstürme offenbar häufiger und mit noch größerer Intensität auftreten.
Weniger arktisches Meereis

„Ein Faktor, der zur Entstehung von mehr Stürmen beitragen könnte, ist der Rückgang des arktischen Meereises. Offenes Wasser kann mehr Wärme und Feuchtigkeit an die Atmosphäre abgeben als eine Eisschicht, die das Meer bedeckt. Das schrumpfende Meereis bedeutet auch, dass Stürme neue Wege über die arktischen Ozeane nehmen können“, sagt Zhi-Bo Li, Klimaforscher an der Universität Göteborg.

Die meisten Klimastudien konzentrieren sich darauf, wie der Klimawandel die Haupt- und Nebensaison für Stürme im Winter und Sommer beeinflusst hat. In einer neuen Studie haben sich Zhi-Bo Li und seine Kollegen jedoch dafür entschieden, zu untersuchen, wie sich die Stürme auf der Nordhalbkugel im Frühjahr und Herbst von den 1940er Jahren bis heute verändert haben.

Veränderungen im Frühjahr und Herbst

„Wir können feststellen, dass sich die Stürme über dem Nordatlantik, dem Nordpazifik und dem Arktischen Ozean im Frühjahr und Herbst sehr deutlich verändert haben. Ein Sturm, der so stark und ausdauernd ist wie Dave, war im April früher recht selten, doch heute treten sie häufiger auf und legen größere Entfernungen zurück. Früher verpufften viele Frühlingsstürme über den Britischen Inseln, doch heute reichen sie manchmal bis nach Skandinavien“, sagt Zhi-Bo Li.

Die Forscher haben historische Wetterdaten von 1940 bis 2024 herangezogen, um ein Bild davon zu erstellen, wie sich Stürme verändert haben. Das wichtigste Ergebnis der Studie ist, dass diese Veränderungen je nach Jahreszeit und Region variieren. In der Arktis, nördlich des 65. Breitengrades, werden Frühlingsstürme stärker, dauern länger an und legen größere Entfernungen zurück. Im Nordatlantik bilden sich mehr Frühlingsstürme als zuvor, während im Nordpazifik die Herbststürme an Intensität zugenommen haben und länger andauern.

Studie schließt eine Lücke

„Generell beobachten wir eine deutliche Veränderung der Sturmlandschaft auf der Nordhalbkugel. Unsere Studie schließt eine Lücke in unserem Verständnis darüber, wie sich Stürme während des Übergangs vom Winter zum Sommer verhalten; dies sind bedeutende Veränderungen, die bisher übersehen wurden. Dies ist entscheidend, wenn wir bessere Wettervorhersagen entwickeln und wirksame Anpassungen an ein sich wandelndes Klima planen wollen.“