Neue Wege für eine CO₂-reduzierte Kreislaufwirtschaft

Geopolymerziegel, der mit dem jetzt patentierten Verfahren an der TU Bergakademie Freiberg hergestellt wurde. Quelle: TU Bergakademie Freiberg Copyright: TU Bergakademie Freiberg

Patentiert innovativ: Forschende der TU Bergakademie Freiberg haben eine mit dem sächsischen Landespreis Baupraxis der Zukunft prämierte Technologie entwickelt, wie Leichtsteine aus Ziegelresten und recycelten Geopolymeren von Bergbaurückständen hergestellt werden können. Anfang Mai wurde das Verfahren „Reststoffbasierte Zusammensetzung zur Herstellung eines Geopolymer-Leichtsteins sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung“ (Patent EP4015480) patentiert und geht damit einen weiteren Schritt in die Anwendung.

„Geopolymere sind Baustoffe, die sich verhalten wie Zement oder sogar noch teilweise bessere Eigenschaften haben als Zement, aber eben fast CO2-frei sind in der Herstellung. Und sie lassen sich grenzenlos recyclen“, erklärt Forscher und Mit-Patentinhaber Professor Martin Bertau, der an der TU Bergakademie Freiberg die Professur für Technische Chemie innehat. „Ich kann Polymere aber auch aufschäumen und erhalte ein Material, das ähnlich wie Styropor gute Dämmeigenschaften mitbringt und das Gebäude gleichzeitig atmen lässt.“ Dadurch, dass beim Bau ein einziger Baustoff verwendet wird, ist später auch das Recycling der Baustoffe einfacher.

„Ein weiterer Vorteil ist, dass Geopolymere nicht brennbar und säureresistent sind“, ergänzt Teammitglied Dr. Michael Kraft.

Neues Patent für Geopolymer-Baustoff der TU Bergakademie Freiberg

Die patentierte Technologie hat enormes Potenzial für klimafreundliches und ressourceneffizientes Bauen, denn der Bausektor ist in Deutschland für rund ein Drittel aller CO2-Emissionen verantwortlich. Da die neuen Bausteine zu über 99 Prozent aus Sekundärrohstoffen hergestellt werden, sind sie eine umweltfreundliche Alternative zu traditionellen Materialien. „Sie bieten vergleichbare oder bessere Eigenschaften als herkömmliche Ziegel und Beton, einschließlich hoher Temperaturbeständigkeit und Chemikalienresistenz. Ihre Herstellung aber erfolgt ohne energieintensive Prozesse, was die Umweltbelastung deutlich reduziert“, so Bertau.

Europäische Anerkennung für Spitzenforschung aus Freiberg

Die offizielle Urkunde wurde am 06.05.2026 durch das Europäische Patentamt veröffentlicht. Patentinhaberin ist die Technische Universität Bergakademie Freiberg, eine der weltweit renommiertesten rohstoff- und materialwissenschaftlichen Universitäten. Mit der Erteilung des europäischen Patents stärkt die Universität ihre Position als international sichtbarer Innovationsmotor für nachhaltige Werkstofftechnologien und industrielle Transformation.