Zentrale Online-Datenbank für Klimaklagen in Deutschland entwickelt

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Klimaklagen entwickeln sich in Deutschland zu einem bedeutenden Werkzeug für mehr Klimaschutz. Ein Team um die Soziologin Lea Frerichs von der Universität Hamburg hat erstmals eine zentrale Online-Datenbank für Klimaklagen in Deutschland entwickelt, die ab sofort frei verfügbar ist. Diese erfasst bereits 221 Verfahren seit 2006. Die Plattform ermöglicht NGOs, Medien, Wissenschaft und Unternehmen eine systematische Recherche zu rechtlichen Auseinandersetzungen im Bereich Klimaschutz und Umweltrecht.

Die Soziologen Lea Frerichs und Prof. Stefan Aykut sowie die Juristin Mona Andres von der Universität Hamburg haben erstmals eine zentrale Online-Datenbank für Klimaklagen in Deutschland entwickelt, die ab sofort frei verfügbar ist. Diese erfasst bereits 221 Verfahren seit 2006. Die Plattform ermöglicht NGOs, Medien, Wissenschaft und Unternehmen eine systematische Recherche zu rechtlichen Auseinandersetzungen im Bereich Klimaschutz und Umweltrecht.

„Seit 2022 erleben wir einen deutlichen Anstieg in der Zahl und Vielfalt der Klimaklagen. Das Spektrum reicht von Verfahren gegen Flüssigerdgas-Terminals oder Automobilhersteller bis hin zu Grundsatzfragen über Gesetze auf Bundesebene“, sagt Lea Frerichs.

„Mit unserer Datenbank möchten wir einen umfassenden Überblick bieten, um Muster, Erfolge und Konflikte besser zu verstehen.“ Besonders zugenommen haben Klagen gegen irreführende Werbung – sogenannte Climate-Washing-Verfahren – sowie Klagen gegen staatliche Rahmenbedingungen. „Klagen gegen Unternehmen wurden zwar meist abgelehnt, aber insgesamt sehen wir immer mehr erfolgreiche Klagen. Ein Gewinn für den Klimaschutz, denn Verursacher werden damit stärker in die Verantwortung genommen.“ Die Datenbank zeigt gleichzeitig, dass auch Strafverfahren gegen Klimaaktivisten und strategische Verfahren als Taktik gegen öffentliche Beteiligung auftauchen.

Basierend auf dem Rechts-Portal Juris, Angaben von Umweltverbänden und internationalen Quellen, wird die Datenbank stetig aktualisiert und berücksichtigt auch noch laufende Verfahren. „Mit unserer Plattform möchten wir mehr Transparenz schaffen und eine fundierte Debatte zur Klimagerechtigkeit unterstützen“, so Frerichs. Die Datenbank wurde im Rahmen der Studienreihe „Klimawende Ausblick Deutschland“ entwickelt, einem jährlichen Bericht, der gesellschaftliche Dynamiken und Treiber der Entwicklung hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft in Deutschland dokumentiert.