29. November 2020

Rheinland: Gärtnern für die Wissenschaft

Projekt zur Bodenqualität der Region Bonn/Rhein-Sieg

Foto: Die Linde

Unter dem Motto „Gärtnern für den Umweltschutz“ können sich insbesondere Bonner und Bürger aus dem Rhein-Sieg-Kreis an einem wissenschaftlichen Projekt der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) aktiv einbringen. Geplant ist bis zum Projektende bei ausreichend breiter Beteiligung eine Open-Data-Karte, die Auskunft gibt über die Bodenqualität der Region einschließlich in privaten Gärten und Grundstücken. Vorstellbar sind daraus Handlungsempfehlungen an die Kommunen. Die teilnehmenden Bürger erhalten eine individuelle Auswertung dazu, welchen Beitrag ihr Garten zum Klimaschutz leistet, und auf Wunsch Handlungsempfehlungen, wie sie ihren Garten standortangepasst nutzen können.

Im Projekt „Campus to World“ sind mehrere sogenannte Citizen-Labs entstanden mit verschiedenen Formaten zur Interaktion, um Ideen für zukünftige Forschung zu entwickeln und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu fördern. Das Umweltlabor beschäftigt sich mit Böden, denn diese sind extrem wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Sie sind Lebensraum für viele Organismen, speichern und filtern Regenwasser und sind der größte terrestrische Kohlenstoffspeicher. Sie erfüllen damit wichtige Funktionen für das Klima. „Abgestorbene organische Bestandteile des Bodens (Humus) dienen nicht nur der Bodenfruchtbarkeit, sondern spielen eine wichtige Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf. Humus ist als Umschlagort von Treibhausgasen für den Klimawandel von großer Bedeutung. In den letzten Jahrzehnten ist die Fähigkeit des Bodens zur Kohlenstoffspeicherung durch den Wandel bei der Landnutzung wie Abholzung oder ressourcenschädigende Landnutzung aber gesunken“, erklärt Projektleiter Martin Hamer.

Zur Teilnahme an „Gärtnern für den Umweltschutz“ können Interessierte ein kostenfreies Bodenprobenset inklusive Anleitung bei der Hochschule anfordern, denn private Grünflächen sind hinsichtlich ihrer Ökosystemleistungen nur unzureichend untersucht. Dabei machen Flächen wie etwa Hausgärten einen großen Teil der urbanen Landschaft aus. Mit Unterstützung der Bürger wird es möglich, diese Flächen zu beproben.

Bodenprobensets können per E-Mail bei Isabelle Hirsch bestellt werden:
isabelle.hirsch@h-brs.de(link sends e-mail)