Vom 14. bis 16. September 2026 war die Hochschule Geisenheim Gastgeberin der 58. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pflanzenernährung (DGP). Rund 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland kamen auf dem Geisenheimer Campus zusammen, um aktuelle Erkenntnisse auszutauschen und neue Lösungsansätze für eine nachhaltige Pflanzenproduktion zu diskutieren.
Die Tagung widmete sich einer Vielzahl an Fragen der Pflanzenernährung, die zunehmend auch an politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung gewinnen. Im Fokus standen die effiziente Aufnahme und Nutzung von Nährstoffen, nachhaltige Düngungsstrategien sowie die komplexen Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Böden und Mikroorganismen. Das wissenschaftliche Spektrum reichte von grundlegenden Prozessen auf zellulärer Ebene bis zu konkreten Anwendungen in Ackerbau, Gartenbau, Obstbau und Weinbau.
Pflanzenernährung als Schlüssel für eine nachhaltige Landwirtschaft
„Eine sachgerechte Regulierung von Nährstoffströmen ist ohne ein fundiertes wissenschaftliches Verständnis dieser Prozesse nicht möglich. Die zentrale Frage lautet deshalb, wie wir Nährstoffe effizienter nutzen und dabei Erträge und Qualität sichern sowie Grundwasser, Klima und Böden schützen können. Genau dazu hat unsere Tagung unterschiedliche Fachrichtungen und Perspektiven zusammengebracht“, kommentierte Prof. Dr. habil. Christoph-Martin Geilfus, Professor für Pflanzenernährung und Bodenkunde an der Hochschule Geisenheim und Vorsitzender der DGP.
„Dass die DGP mit ihrer Jahrestagung in Geisenheim zu Gast war, unterstreicht die große Bedeutung der Pflanzen- und Bodenforschung für das Profil unserer Hochschule. Eine leistungsfähige und zugleich ressourcenschonende Landwirtschaft braucht den engen Austausch zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen, wie er hier gelebt wird“, ergänzte Prof. Dr. habil. Karl H. Mühling. Der heutige Präsident der Hochschule Geisenheim war einer der Vorgänger von Prof. Geilfus an der Spitze der Fachgesellschaft. Für Mühling wiederum ist es die erste Jahrestagung einer wissenschaftlichen Gesellschaft am Standort seit seinem Amtsantritt als Hochschulpräsident am 1. Juni 2026.
Umfangreiches und international ausgerichtetes Programm
Das wissenschaftliche Programm umfasste vier internationale Keynote-Vorträge, 25 Fachvorträge und mehr als 70 Posterbeiträge. Die Themen reichten vom Einsatz von Pflanzen-Biostimulanzien und Pflanzenkohle über Nährstoffmangel, Trocken- und Hitzestress bis hin zur Rolle von Mikroorganismen im Boden und in der Rhizosphäre. Auch neue Messverfahren, nachhaltige Düngemittel und Möglichkeiten zur Verringerung von Stickstoffverlusten wurden vorgestellt.
Neben den Vorträgen und Posterpräsentationen bot die dreitägige Konferenz zahlreiche Gelegenheiten für den persönlichen wissenschaftlichen Austausch und die Anbahnung neuer Kooperationen. Insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler erhielten die Möglichkeit, ihre Forschung vorzustellen und mit international renommierten Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Zum Abschluss der Tagung wurden herausragende Posterbeiträge ausgezeichnet. Eine Führung durch das Institut für Bodenkunde und Pflanzenernährung gab den Teilnehmenden zudem Einblicke in die Forschungsinfrastruktur der Hochschule Geisenheim.
